Sonntag, 8. Mai 2016

Freundschaft trotz verschiedener Religionen?!

Gotthold Ephraim Lessing

Bildergebnis für nathan der weise

Der Text Nathan der Weise befasst sich mit der Freundschaft von besagtem Juden Nathan und dem christlichen Tempelherr und dem aufklärenden Gedanken Nathans die drei Weltreligionen zu vereinen. Nathan, der für Humanität, Toleranz und Religionsfreiheit steht, hat das Gefühl dem Tempelherrn etwas schuldig zu sein, da dieser seine Tochter aus einem Feuer rette. Dieser verliebt sich in sie. Schlussendlich wird durch das Aufdecken von den Verwandtschaftsverhältnisse der Beiden, dass sie Geschwister sind, eine Heirat verhindert.
Allgemein ist das Drama sehr von der Aufklärung geprägt, da hier verschiedene Ansichtsweisen kollidieren. Nathan, der die gegebenen Dogmen hinterfragt, trifft auf die stark religiöse Gesellschaft. Somit ist das Drama nicht nur für der damaligen Zeit relevant, sondern befasst sich auch mit Aspekten, die heutzutage Anwendung finden, wie zum Beispiel das neue Wahlprogramm der AfD, das den Islam als verfassungswidrig ansieht.
An sich ist das Buch schnell zu lesen, trotz seiner altertümlichen Sprache, da vor allem die Inhalt im Mittelpunkt steht. Auch die Entwicklung von einem recht religionsgeprägtem Buch hin zu einem viel tieferem Bild aus verflochtenen Familiengeschichten, fesselt den Leser. Mich haben jedoch am meisten die Charaktere fasziniert, die auf den ersten Blick sehr konventionell schienen, sich dann im Verlauf doch gewandelt haben. Ein Beispiel hierfür ist der Tempelherr, der erst einmal sehr streng religiös und kontrolliert wirkt. Nach genauerer Betrachtung fällt dann jedoch auf, dass dem nicht so ist und er eher impulsiv handelt und im Bezug Recha sehr emotional bewegt ist.
Allgemein wird die Anzahl der Charaktere sehr gering gehalten, was das Differenzieren der Einzelnen erleichtert
Nach genauerer Betrachtung zeigt sich nun, dass Lessing mit seinem Drama also genau den Nerv der damaligen Zeit der Aufklärung trifft. Auslöser für das Verfassen des Werks waren beispielsweise das Zensuredikt und der Fragmentenstreit. Mutmaßlich belief sich seine Intention auf die Aufklärung, was ihm meiner Meinung nach gelungen ist.


Im Bezug auf die Lesbarkeit in der Schule würde ich sagen, dass rein sprachlich gesehen, das Buch ab der 8. Klasse gelesen werden könnte. Fraglich ist nur, ob in dieser Altersklasse die Einordnung des Kontextes und die richtige Interpretation des Dramas möglich ist. Somit würde ich das Lesen des Dramas wie gegeben in Jahrgang 10 oder 11 empfehlen.

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