Sonntag, 31. Januar 2016

Diktatur heute noch möglich?

Die Welle
Morton Rhue




Produktinformation
Originaltitel: The Wave
Artikelnummer: 978-3473580088  
Taschenbuch: 186 Seiten
Verlag: Ravensburger

Lieblingszitat
"Stärke durch Disziplin, Stärke durch Gemeinschaft, Stärke durch Aktion!"

"Anfangs waren wir mehr oder weniger, begeisterte Anhänger der Welle. Rechtzeitig erkannten wir jedoch, dass die Welle die ganze Schule übernahm." 

Worum geht's?/ Wie war's?
Diese Woche habe ich den Roman die Welle beendet. Er beruht im Grunde von der Idee her auf einer wahren Begebenheit, was es für mich nur umso erschreckender gemacht hat. Unter dem Namen "The Third Wave" versuchte der Geschichtslehrer Ron Jones in einem 5-tätigen Experiment in Palo Alto weit weg vom Nazi-Deutschland den Schüler die Anziehung und die Vorzüge einer Diktatur zu zeigen.
Die Geschichte beginnt mit einem Film über den Holocaust von dem erst einmal alle geschockt sind. 
Im Verlauf werden während des Experiments oberflächlich "zusammen" Verhaltensregeln aufgestellt und jeder wird gleich mit einem "gemeinnützigen" Ziel. Letztendlich geht es sogar soweit, dass sich die Schüler gegenseitig ausspionieren und Veranstaltungen nur noch für Wellenmitglieder sind, da sich die Welle über den Klassenraum hinaus in der Umgebung ausbreitet.
Mit Erschrecken muss Ron Jones feststellen, dass sich die Schüler einfacher manipulieren und lenken ließen als gedacht. Dementsprechend muss er das Experiment nach diesen fünf Tagen mit sofortiger Wirkung abbrechen. Doch auch der Abbruch das Ende des Experiments gestaltet sich schwerer als geplant und endet letztendlich mit einem Trommelwirbel.
Im letzten Jahr haben wir uns im Geschichtsunterricht vermehrt mit der Zeit um den zweiten Weltkrieg beschäftigt und genau wie die Schüler in dem Roman war ich auch der Meinung, dass er schwer wäre genau so eine Stimmung wie damals wieder zu kreieren.
Trotz der momentanen teilweise rechten Stimmung im Land wegen der Flüchtlinge schien es mir jedoch eher unwahrscheinlich.
Doch zurück zum Buch. An sich habe ich das Buch schnell durchgelesen mit den knappen 190 Seiten. Anfangs lief das Buch mit der typischen gelangweilten Schulstimmung an und es wurde auf die Gedanken und Gefühle von dem Lehrer Ben Ross eingegangen sowie von den Schülern. Leider änderte sich dies im Verlauf der Handlung. Umso weiter der Roman zum Ende schritt wurde vermehrt auf die Protagonistin eingegangen, was nicht umbedingt schlecht ist, aber ich hätte mir in dem Zusammenhang doch gewünscht mehr über die Gedanken und Gefühle des "Diktators" gewünscht.
Dieses Buch scheint zuerst wie ein fiktives Hirngespinst, doch da es auf einer wahren Begebenheit beruht, muss ich dieses Buch JEDEM empfehlen. Es zeigt einem, dass niemand wirklich sicher ist. Gerade mal ein Pärchen an einer gesamten Schule schafft es einen eigenen Kopf zu behalten und die Situation kritisch zu betrachten. Gerade mit dem entstehendem Gruppendruck scheint es immer schwerer sich quer zu stellen und genau das ist es auch im Alltag immer wieder. Man sollte Gruppenbewegungen viel mehr und viel öfter hinterfragen.

Und wie war der Film?
Zufälligerweise habe ich gestern entdeckt, dass der Film gestern im Fernsehen lief. 
Bei diesem Film muss ich zugeben, dass ich auch die Änderungen komplett akzeptiere und den Film zu den besten deutschen Filmen überhaupt zähle. Mit einer sensationellen Besetzung werden, wie es bei einem Film sein sollte, weitere Sichtweisen aufgezeigt, weshalb der Film sogar teilweise für mich besser war als das Buch. 
Natürlich wird im Film manches etwas überspitzt dargestellt, doch auch das ist in diesem Kontext nicht fehl am Platz. Vor allem die Endszene, die ich im Buch schon erschreckend war, ist im Film endgültig eskaliert. 
Ebenso wie das Buch war dieser Film phänomenal, aufwühlend und regt zum Nachdenken an. 





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